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Statische Elektrizität im Griff behalten – warum die Regelung den Unterschied macht

Statische Elektrizität im Griff behalten – warum die Regelung den Unterschied macht
Bildquelle: iStockphoto / romaset

Statische Elektrizität lässt sich in vielen Produktionsprozessen nicht vermeiden. Ihre Stärke kann sich jedoch schnell verändern. Schon ein anderes Material oder eine höhere Produktionsgeschwindigkeit beeinflussen die Aufladung. Auch Luftfeuchtigkeit und Verschmutzungen spielen eine Rolle.

Für stabile Prozesse reicht es deshalb nicht immer aus, statische Elektrizität einmalig zu messen. Sie muss im laufenden Betrieb kontrolliert werden.

Ionisationsstäbe mit fester Einstellung

Klassische Ionisationsstäbe arbeiten mit einer zuvor eingestellten Leistung. Bleiben die Produktionsbedingungen weitgehend gleich, kann dies für eine zuverlässige Neutralisierung ausreichen.

In der Praxis ändern sich die Bedingungen jedoch oft. Materialien werden ausgetauscht oder Produktionsgeschwindigkeiten angepasst. Auch Veränderungen im Umfeld können die elektrostatische Aufladung beeinflussen.

Die einmal gewählte Einstellung passt dann unter Umständen nicht mehr zum tatsächlichen Bedarf. Mögliche Folgen sind:

  • eine ungleichmäßige Neutralisierung
  • stärkere Staubanziehung
  • Abweichungen bei der Produktqualität
  • häufigere manuelle Nachjustierungen
  • Störungen im Produktionsablauf

Der Ionisationsstab arbeitet mit der eingestellten Leistung weiter. Ob nach der Behandlung noch eine Restladung vorhanden ist, wird nicht automatisch berücksichtigt.

Automatische Regelung im geschlossenen Kreislauf

Anders arbeiten Systeme mit einem geschlossenen Regelkreis. Ein Sensor erfasst die verbleibende elektrostatische Ladung. Die Regelung passt die Ionisationsleistung an den gemessenen Wert an.

Verändert sich die Aufladung, reagiert das System darauf. Die Neutralisierung wird nicht nur nach einem festen Ausgangswert gesteuert, sondern laufend an den Prozess angepasst.

Das kann mehrere Vorteile haben:

  • gleichmäßigere Neutralisierung
  • weniger manuelle Eingriffe
  • besser reproduzierbare Ergebnisse
  • geringeres Risiko von Prozessstörungen

Der Unterschied liegt somit nicht in der Ionisation selbst. Entscheidend ist die Rückmeldung aus dem Prozess. Erst sie ermöglicht eine automatische Anpassung an veränderte Bedingungen.

Wann eine automatische Regelung sinnvoll ist

Nicht jede Anwendung benötigt einen geschlossenen Regelkreis. Bei gleichbleibenden Materialien und stabilen Abläufen kann eine feste Einstellung genügen.

Eine automatische Regelung wird vor allem dann interessant, wenn sich die Produktionsbedingungen häufig ändern. Das gilt etwa bei wechselnden Materialien oder unterschiedlichen Maschinengeschwindigkeiten. Auch hohe Anforderungen an eine gleichbleibende Produktqualität sprechen für eine laufende Kontrolle.

Typische Einsatzbereiche finden sich in der Verarbeitung von Folien und Kunststoffen. Auch Papierbahnen, Verpackungen und empfindliche Oberflächen können durch Restladungen beeinträchtigt werden.

Die Anwendung entscheidet

Ob eine feste Einstellung ausreicht oder eine automatische Regelung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind die tatsächliche Aufladung und ihre Auswirkungen auf den Prozess. Auch die Einbausituation muss berücksichtigt werden.

Die Sehrbrock GmbH betrachtet deshalb nicht nur einzelne Komponenten. Im Mittelpunkt steht die konkrete Anwendung. Gemeinsam mit dem Kunden wird geprüft, an welcher Stelle die Aufladung entsteht und wie sie sich verändert. Darauf aufbauend lässt sich eine passende Lösung für eine zuverlässige Neutralisierung entwickeln.

Update: 07.09.2026 – Kategorie: Montagepraxis / Lösungen